Chronik

1885 – der Beginn

Die Chronik des Männergesangverein Lausa/Weixdorf 1885 e.V. beginnt am 11. Mai 1885 mit der Gründung des „Männergesangvereins 1885 e.V.“. Die Gründungsväter waren der Lehrer Louis Köhler und Herrmann Vetter. Insgesamt 30 Sänger bildeten den ersten Chor. Davor hatten die Männer bereits zwei Jahre gemeinsam geprobt und kamen aus den Orten Hermsdorf, Lausa, Friedersdorf, Gomlitz und Weixdorf zusammen. Das Repertoire der Anfangszeit umfasste Volkslieder, geistliche Lieder und der Zeit typische „Vaterländische Lieder“.

1925 – 40 Jahre Chor

Das erste große Jubiläum erlebten die Sänger 1925. Seit 40 Jahren existiert der Chor nun und hat sich als eine feste Größe im Gemeindeleben etabliert. Zum Jubiläum wurde die erste Vereinsfahne angeschafft und geweiht. Auf der Fahne, die nun zu besonderen Anlässen herausgeholt wurde, steht der Leitspruch des Chores:

„In Ewigkeit tön wahr und rein,
du deutsches Lied, mein Edelstein“

Urheber des Fahnenspruchs ist der Lausaer Lehrer und Kantor Richard Schlenkrich. Verziert wurde die Fahne durch Stickereien der Sängerfrauen. 

1920iger – Goldene Zeiten

Nicht nur Deutschland blühte in den 1920igern auf, auch der Chor erlebte unter dem Liedermeister Hans Fraas goldene Momente. Der Männergesangverein war Teil verschiedener Sängerbundfeste (u.a. zum Sängerbundfest in Wien 1928). Gleichzeitig erhöhte sich die Qualität des Chores und Operetten, wie „Das Mädel vom Neckarstrand“ (1926) oder „Florenzia, das Zirkusmädel“ (1932) wurden große Erfolge.

1933 – die Fahne muss weg

Die Vereinsfahne war ab der Weihe 1925 im damaligen Stammlokal „Grüner Baum“ untergebracht. Mit der Gleichschaltung aller Vereine 1933, musste die Fahne verschwinden. Der Wirt des Lokals, Max Leuschner, versteckte die Fahne und entzog sie somit dem Zugriff durch die Behörden.  Er hielt die Fahne bis in die ersten Jahre nach dem Krieg versteckt. Dafür ist der Männergesangverein in großer Dankbarkeit. Später kam die Fahne in den Besitz von Sangesbruder Max Freudenberg und 1958 zu Chormitglied Heinz Herfurt.

1954 – der Neubeginn

1935 hatte der Kantor Hans Schäfer die Leitung des Chores übernommen. Doch während des zweiten Weltkriegs gab es den Chor praktisch nicht. Erst 1954 fanden sich die Mitglieder für einen Neubeginn zusammen. Aus dem Männergesangverein 1885 e.V. wurde im Kulturbund der DDR der „Männerchor Weixdorf“. Vereine waren in dieser Zeit verboten. Hans Schäfer prägte den Chor bis zu seinem Tod 1984. Er trug dazu bei, dass der Chor in der gesamten Zeit bis 1990 insgesamt viermal als „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ ausgezeichnet wurde.

1990 – Chor nach der Wende

Mit Helmut Büllow übernahm bereits 1984 ein neuer Liedermeister den Chor.  Er war es auch, der den Chor als erster Liedermeister nach der Wiedervereinigung 1990 vorstand. Nach der Wende gründete sich der Verein neu und nannte sich, wie vor dem 2. Weltkrieg „Männergesangverein Lausa/Weixdorf 1885 e.V.“. Die ersten Jahre waren geprägt von der Intensivierung bestehender Kontakte zu Chören aus der Region, aber auch zum Aufbau neuer Freundschaften, wie dem Männergesangvereinen aus Brühl und Thür in Rheinland-Pfalz oder dem „Gemischten Chor Ruhland“. Als starkes Ereignis empfanden die Sänger auch den Besuch  der berühmten Frederikskirche („Mamorkirche“) von Kopenhagen. An diesem Ort singen zu dürfen, war ein Ereignis für die Mitglieder.

1997 – Verleihung der Zelter-Plakette

Der Höhepunkt nach der Neugründung des Vereins war ohne Zweifel die Verleihung der Zelter-Plakette 1997. Seit den 1920iger Jahren existierte die Medaille als Auszeichnung für verdiente Chöre. 1956 wurde sie zur Anerkennung vieler deutscher Chöre, die auf eine über 100 jährige Geschichte zurückblicken können. Der damalige Bundespräsident unterschrieb einen entsprechenden Erlass: 

„Als Auszeichnung für Chorvereinigungen, die sich in langjährigen Wirken besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes und damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben, stifte ich die Zelter-Plakette. […]“

1998 – das Ägdschn-Diem wird geboren

Seit Jahren ist der Chor bekannt für seine Feste: Kirmes, Pfingsten oder Fasching. Im Jahr 1999 geht der Chor für den Fasching neue Wege. Hat man Jahrzehnte u.a. in der Goge rauschende Feste gefeiert, so gründet sich nach einer Initiative des damaligen Sangesbruders Otto Hermann 1998 das Ägdschn-Diem. 11 Sangesbrüder  bereiten von nun an für mehr als 10 Jahre die Sängerfasching im Gasthof Hermsdorf vor. Eine Playback-Show für und mit Erwachsenen vor den bildreichen Kulissen von Sangesbruder Ulrich Claus.

2002 – eine neue Fahne

Während der Zeit des zweiten Weltkriegs musste die Vereinsfahne versteckt werden. Darunter hat der Stoff sehr gelitten. Aus dem Grund entschied sich der Chor 2002 nach dem Vorbild der alten Fahne eine neue Fahne anfertigen zu lassen. Dank einer gemeinschaftlichen Spendenaktion und der großzügigen Unterstützung durch Christian Schäfer, dem Sohn des langjährigen Liedermeisters und Kantors Hans Schäfer, konnte eine neue Fahne erstellt werden. Diese wurde während des Pfingstsingens am 19. Mai 2002 geweiht.

2010 – 125 Jahre Chorgeschichte

Mit einem Festwochenende beging der Männergesangverein Lausa/Weixdorf 1885 e.V. das eigene 125 jährige Bestehen. Im August 2010 lud sich der Chor unter anderem den gemischten Chor Ruhland, den Wilschdorfer Männerchor sowie das Akkordeonorchester Harmony Dreams ein. Zusammen erlebten über 300 geladene Gäste die abwechslungsreiche Geschichte des Chores unter der musikalischen Leitung von Helmut Bülow.

2013 – Neuer Liedermeister

Vitali Aleshkevich ist der fünfte Liedermeister des Männergesangvereins. Der Absolvent der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden ist gebürtig aus Minsk und lebt seit 2008 mit seiner Familie in Dresden. Zusammen mit dem 34 jährigen geht der Chor in die kommenden Jahre. Immer mit dem Ziel, den deutschen Männergesang treu zu bleiben und die Geschichte des Männergesangverein Lausa/Weixdorf 1885 e.V. fortzuschreiben.